Murnaus Faust - WDR 2001

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Hommage á Murnau

  Einige Beispiele aus der rund 35 Blätter umfassenden Serie der
  Impressionen von Gilbert Bender

  Formate zwischen 10,5 x 15 cm und 50 x 75 cm

  zum Thema zur Technik

 

 

Hommage an Friedrich–Wilhelm Murnau

Ausstellung Galerie im Studio im WDR Bielefeld mit Bildern von Gilbert Bender

Faust
– das alte Volksmärchen hat mich schon früher als Puppenspiel im Bunker
Ulmenwall in Bielefeld, gespielt von Helmut Selje, fasziniert.

Mit
einfachen Bildern, in der abstrakten Sprache des Puppenspiels, getragen
von den in alten Voksstücken überlieferten Grundsätzen, bringt es Licht
an unsere kulturellen Wurzeln, die ja naturgemäß im Schatten liegen.

Schwarz-weiß, gut–böse, hell–dunkel, Licht und Schatten, ja und nein, eins und null – das eine bedingt das andere.

 

Murnaus
Film lebt von diesen Gegensätzen – auch in der Machart zwischen
Genialität und Kitsch, begleitet von scharfen Schnitten, die den
Betrachter zwischen Spannung und Erlösung, tiefem Ernst und reiner
Mitspielfreude hin- und herreißen.

Gerade
die Einfachheit der schwarz–weiß Bilder, die ich nie durch Farbe
sondern nur durch Bearbeitung (Ritzen, Schmirgeln, Kratzen) des
Fotopapiers manchmal gebrochen habe und die phantastischen Licht- und
Schattenwirkungen haben mich inspiriert zu Standbildern, die aus der
Atmosphäre des Filmes schöpfen und sie weiter abstrahieren – auf den
Punkt bringen. Einige Bilder sind wenig bearbeitet und noch erkennbar,
andere völlig neu collagiert und übermalt, ohne dass ihnen die
Atmosphäre der Inszenierung abzunehmen wäre.

Unsere
Schatten – auch aktuell ein wichtiges politisches Thema: Gibt es die
Trennung von Gut und Böse, hell und dunkel in der eines das andere
ausschließt? Tief in unserem Seelengewölbe sind sie ein Teil der Kraft,
die stets das Gute will und auch das Böse schafft.

Das
faustsche Drama der Überverantwortung, des Größenwahns und der
Selbstsucht spielt in jedem von uns. Möge es uns allen so ergehen wie
Faust, der durch die selbstlose Liebe gerettet wird. Sie muß ja nicht
von außen und nicht von einer Frau kommen.

Für Fragen, Informationen und Führungen stehe ich gerne zur Verfügung.

Oktober 2001